Archiv des Autors: Markus Egger

Nachtblau

Ein grosser Teil des Schweizerischen Wohnungsbestandes entstand in der euphorischen Wachstumsphase der 50er-70er Jahre. Oft entsprechen die Wohnungsgrundrisse, die Raumgrössen oder die Ansprüche an die Nasszellen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Zusätzlich bestehen an diesen Objekten oft Mängel in Bezug auf die Bauphysik (Schalldämmung und Wärmedämmung) und auch den verbauten Schadstoffen muss ein spezielles Augenmerk gewidmet werden. Dies alles unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit.
Als altrechtliche Bauten können bestehende Wohnflächen jedoch gemäss Zweiwohnungsgesetzgebung ohne Nutzungseinschränkungen erweitert werden, was spannend sein kann.
Im hier umgesetzten Projekt konnte über eine Galerieerweiterung und über eine verdichtete Nutzung einer benachbarten Estrichfläche Wohnraum dazugewonnen werden.

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Schopf Piz Linard Lavin

Das mehrfach preisgekrönte Hotel Piz Linard in Lavin steht für Gastfreundschaft und Innovation.
Um diese Gastfreundschaft an 365 Tagen im Jahr aufrechtzuerhalten, wurde das Hotelrestaurant mit einem Bistro in einem benachbarten, ehemaligen Heustall ergänzt. Verbunden über den Dorfplatz und den wundervollen Hotelgarten spielen nun die beiden Gaststuben, je nach Saison, im kleinen oder grossen Solo oder auch im Duett.
Das Gebäude wurde seit dem Dorfbrand 1869 mehrfach umgenutzt.
Unser Umbauprojekt macht durch zurückhaltende Eingriffe, durch kleine Verschiebungen und Öffnungen auf die  Spuren der vergangenen Nutzungen aufmerksam.
Heute präsentiert sich der „Schopf“ mit einem Gästeraum und einer Bar, einer multifunktionalen Bistroinfrastruktur, einem Lagerraum der zur Bühne umgebaut werden kann und einer hindernisfreien Toilette ohne das ehemalige Postlokal, das Holzlager, das Vereinslokal italienischer Gastarbeiter oder den Heustall zu dementieren.
Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit Hans Schmid entstanden.

Kindergarten

Die „Chasa du parc“ in Scuol hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich.
Das ursprünglich als Hotelerweiterungsbau im 19 Jh. erstellte Gebäude, dient heute der Gemeindeverwaltung Scuol. Im Erdgeschoss befindet sich die Musikschule und die Gemeindebibliothek. In den Geschossen darüber befinden sich diverse Büros.
Mit dem Direktauftrag von der Gemeinde Scuol, mehrere Büroräumlichkeiten zu einem Kindergarten zusammenzufassen,  musste neben der gestalterischen Aufgabe auch eine hohe Schalldämmanforderung erfüllt werden.
Mit einem schwimmenden, eingefärbten Anhydritbodenbelag, wurden die bestehenden Räume über neue Wandöffnungen zusammengefasst.
Das Mobiliar wurde für den Ort entworfen und aus Massivholz vom Dorfschreiner angefertigt. Mittelhohe Regalelemente auf Rollen, dienen als Stauraum und zur spontanen Abgrenzung einzelner Spielnischen.

Verwendete Materialien:
Schalldämmung Wand: AlbaPhon
Bodenbelag: Fixit evo
Möbel, Türen: Lärche Dreischicht
Oberflächen: Proterra Resit
Beleuchtung: Tulux Zen2
Teppiche: Tredford Interland, Ziegenhaar/Wolle

Porta

Ein Bauernhaus mit grossem Stallanbau im Unterengadin sollte umgebaut werden, um den heutigen Wohnbedürfnissen einer fünfköpfigen Familie zu entsprechen. Das Gebäude befindet sich als eines von nur 170 Einzelobjekten im Inventar des schweizerischen Kulturgüterschutzes. Ein zweigeschossiger Anbau an das bestehende Bauernhaus, der als „Rucksack“ in den Stallraum hineinragt, ergänzt die bestehenden Wohnflächen mit fehlenden Raumfunktionen.

Das bestehende Wohnhaus selbst wurde im Grundriss belassen. Die Zimmeraufteilung wurde jedoch komplett umgestellt. Durch einen Mauerdurchbruch im Erdgeschoss wurden zwei kleine Räume miteinander verbunden. Heute wird die ehemalige Wohnstube als Arbeitsraum genutzt. Die ehemalige Küche ist zu einem gemütlichen Essraum geworden und in die frühere Vorratskammer wurde eine moderne Küche eingefügt. Dem grossen „Piertan“ im ersten Obergeschoss wurde anhand einer raumhohen Bücherwand Intimität verschafft. Dieser wird nun als Familien-Wohnraum genutzt. Von hier aus sind die drei Schlafkammern, die möglichst original erhalten wurden, erschlossen. Da die Kammern kaum Platz für Schränke bieten, wurde der neu angebaute Wirtschaftsraum mit einer grosszügigen Schrankzeile ausgestattet. Unter dem massgefertigten Doppelbett im Elternschlafzimmer sind zudem Schrankfächer eingebaut, so dass jeder Zentimeter Staufläche genutzt werden kann. Die in einem früheren Umbau des Hauses eingezogenen, stilistisch unpassenden, Holzbohlenböden wurden von der Künstlerin Susanne Lyner übermalt. Im Estrich entstand ein zusätzliches Zimmer, welches über eine neue Dach-Lukarne Tageslicht erhält.